Katze entlaufen - was tun?

Leider passiert das häufiger, als man denkt. Eine Katze, die seit Jahren regelmäßig sogar um eine bestimmte Uhrzeit vom Freigang zurückkehrt, taucht plötzlich nicht auf. Oder eine Hauskatze sieht ihre Chance und entwischt durch eine geöffnete Tür oder ein geöffnetes Fenster.
Für den Katzenbesitzer ein Drama! Was ist dem geliebten Tier passiert, warum kommt es nicht zurück? Dafür gibt es sehr vielfältige Gründe:

  • die Katze kann in einem Schuppen/Gartenhäuschen eingeschlafen sein und wurde eingeschlossen
  • eine unkastrierte Katze sucht nach paarungsbereiten Partnern (sowohl Kater als Kätzinnen!)
  • die Katze hatte einen leichten Unfall und hat sich dabei so erschrocken, dass sie sich erst mal versteckt
  • natürlich kann sich eine Katze auch vor vielerlei anderen Ereignissen erschrecken, was dann vorerst zu einem Verstecken führt
  • eine Freilaufkatze wird an einer anderen Stelle gefüttert und bleibt dort, wo es die Leckerlies gibt
  • einige Freilaufkatzen wollen doch endlich einfach nur mal die Umgebung kennenlernen und laufen tagelang fort
  • im schlimmsten Fall hatte die Katze einen tödlich verlaufenden Unfall

 

Diese Liste ist keinesfalls vollzählig, deckt aber die meisten Fälle für vermisste Katzen ab. Wichtig: Katze(n) bitte geschlechtsneutral sehen, alle Angaben gelten für männliche und weibliche Tiere gleichermaßen.

Was sollten Sie nun tun:

Bitte warten Sie einige Stunden ab, ob Ihre Samtpfote sich nur mal verspätet. Bei entlaufenen Hauskatzen können diese noch in Sichtweite in einer Hecke hocken und kommen oft auch sehr schnell (in wenigen Stunden) wieder. Sind diese Stunden aber verstrichen, sollten Sie tätig werden:

  • melden Sie das Verschwinden Ihrer Katze dort, wo Ihre Katze registriert ist (meist Tasso oder das Deutsche Haustierregister); von dort erhalten Sie auch umgehend entsprechende Suchflyer zugeschickt
  • melden Sie ihre Katze bei den umliegenden Tierheimen als vermisst, für Borken ist das zuständige Tierheim Ahaus, Julias Tierheim Tel: 0151/55972522, da Bocholt aber noch näher liegt, bitte auch beim Tierheim Bocholt melden, Tel: 02871-23153
  • unbedingt die Katze auch beim Fundbüro der Stadt Borken als vermisst melden, alle gefundenen zahmen Katzen müssen dort gemeldet werden, vielleicht ist Ihre ja dabei! Die Telefonnummern des Bürgerbüros Borken finden Sie hier.
  • gehen Sie auf die Suche, am besten in der Nacht. Laufen Sie Wege und Straßen ab und rufen den Namen ihrer Samtpfote. Dann ruhig stehenbleiben, lauschen und weitergehen. Sie sollten unbedingt mehrfach die Umgebung im Umkreis von etwa einem Kilometer abgehen, da sich auch Katzen manchmal erst am 2. oder 3. Tag "melden", oft noch später. Also mindestens eine Woche lang soviel ablaufen, wie Sie schaffen.
  • bitten Sie alle Nachbarn, mehrmals in Gartenhäusern, Garagen und ähnlichen Verstecken nachzuschauen. Hat sich die Katze verletzt oder erschrocken, verkriecht sie sich oft tagelang, bevor man sie finden kann.
  • hängen Sie in der Umgebung Flyer auf, diese müssen unbedingt ein Foto Ihrer Samtpfote sowie eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu Ihnen enthalten
  • schalten Sie Suchanzeigen in Tagezeitungen, Ebay-Kleinanzeigen und/oder bei Facebook, dies führt auch manchmal zum Erfolg

Natürlich sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Mobilisieren Sie auch Freunde und Bekannte zum Suchen. Eine Suche am Tage hat leider nur selten Erfolg, da Sie ein leises Miauen Ihrer Katze wegen der normalen Tagesgeräusche oft nicht hören. Daher die Empfehlung, insbesondere in der Nacht zu suchen.


Was können Sie vorbeugend tun?

Bitte rechnen Sie damit, dass ihre Samtpfote entlaufen kann bzw. vom Freigang nicht nach Hause kommt! Auch wenn eine Katze 10 Jahre nie das geöffnete Fenster beachtet hat, eines Tages beachtet sie es und ist unterwegs. Es gibt niemals eine Garantie, dass Sie diese Sorge nicht durchmachen müssen! Deshalb:

  • lassen Sie ihre Katze unbedingt vom Tierarzt chipen und registrieren Sie die Katze anschließend bei Tasso oder dem Deutschen Haustierregister (dies müssen Sie selbst tun!)
  • sorgen Sie dafür, dass Sie immer ein aktuelles Foto -besser mehrere- Ihrer Katze haben, auf dem Sie gut zu erkennen ist
  • lassen Sie ihre Katze spätestens mit Ablauf des 5. Lebensmonats kastrieren, dies vermindert größere Runden bei Freigängern und auch den Drang, von zu Hause abzuhauen, vorher keinesfalls Freigang gewähren!
  • warten Sie bei Freigängern nach einem Umzug am besten 3 Monate, bis Sie in der neuen Umgebung erneut Freigang gewähren, nur so kann sich die Katze bereits einprägen, wo ihr zu Hause in Bezug auf den Sonnenstand ist

Ganz deutlich: am wichtigsten ist die Kennzeichnung und Kastration Ihrer Katze. Täglich werden viele zahme Katzen gefunden, für die keine Suchmeldung vorliegt. Man fragt sich natürlich, ob diese ausgesetzt wurden. Oft werden aber "nur" die Meldungen vergessen. Durch den Chip kann jeder Tierarzt oder jeder, der ein Auslesegerät hat, die Chip-Nummer erkennen und wird bei den Registrierungsstellen anrufen. Ist Ihre Katze dann dort registriert, bekommen Sie umgehend den erlösenden Anruf, wo sie gefunden wurde und können sie umgehend abholen. Selbst im schlimmsten Fall hilft die Kennzeichnung und Registrierung weiter. Auch tot aufgefundene Katzen werden auf einen Chip hin geprüft. Ist dieser vorhanden, können Sie Ihre Katze ggf. selbst begraben. Auf jeden Fall wissen Sie, dass Sie nicht weiter Bangen und Hoffen müssen.

Wir hoffen sehr, dass Sie die Vorbeugung ernst nehmen und den oberen Teil dieses Artikels niemals brauchen!